Prüf-Framework
Ich suche nicht die Chance. Ich suche den Haken.
Die meisten Menschen suchen bei einem Investment nach Gründen, Ja zu sagen. Ich suche zuerst nach den Gründen, Nein zu sagen. Was danach übrig bleibt, ist eine Entscheidung.

Chancen zu finden ist einfach. Es gibt jeden Tag hunderte. Schwierig ist die Frage, welche Chance auch nach der dritten kritischen Nachfrage noch steht. Deshalb ist mein Prozess bewusst unangenehm: Ich versuche, ein Investment kaputt zu denken. Übersteht es das, wird es interessant.
Schritt 1: Die Geschichte von den Zahlen trennen
Jedes Angebot besteht aus einer Erzählung und aus Mechanik. Die Erzählung ist dafür gemacht, dass du dich gut fühlst. Die Mechanik entscheidet, was passiert. Ich schreibe deshalb zuerst in eigenen Worten auf, wie das Modell Geld verdient — ohne Marketingbegriffe. Wenn ich das nicht kann, ist der Prozess hier zu Ende.
Schritt 2: Das Totalverlust-Szenario zuerst
Ich rechne nicht den Best Case, ich rechne den Ausfall. Was passiert mit meinem Kapital, wenn der Anbieter zahlungsunfähig wird, ein Markt einbricht oder eine Rechtsänderung das Modell unmöglich macht? Erst wenn dieser Betrag für mich verkraftbar ist, geht es weiter.
Nicht die Renditeerwartung bestimmt die Positionsgrösse, sondern der Verlust, den du aushalten kannst.
Schritt 3: Die Gegenpartei prüfen
- Wer steht hinter dem Angebot — Personen, nicht nur Markennamen?
- Welche Historie haben diese Personen? Was ist öffentlich nachvollziehbar?
- Wie sieht die rechtliche Struktur aus, welches Land, welche Aufsicht?
- Wie werden Anbieter, Vermittler und Verwahrer voneinander getrennt?
Schritt 4: Die Anreize offenlegen
Anreize erklären Verhalten besser als Absichtserklärungen. Ich will wissen, wer wann wofür bezahlt wird. Wenn jemand bereits an meiner Einzahlung verdient, egal wie das Investment läuft, ist das nicht automatisch schlecht — aber ich will es wissen. Mein eigenes Modell ist übrigens erfolgsabhängig über Provisionen: Nach aktuellem Stand entsteht mein Anspruch, wenn entsprechende Erträge entstehen.
Schritt 5: Den Ausgang testen
Ein Investment ist erst dann verstanden, wenn du weisst, wie du wieder herauskommst. Fristen, Kündigungsregeln, Mindesthaltedauer, Auszahlungswege, Gebühren beim Ausstieg, Verhalten in Stressphasen. Viele Modelle funktionieren wunderbar, solange niemand Geld sehen will.
Schritt 6: Nach dem Widerspruch suchen
Ich suche gezielt Aussagen, die sich gegenseitig ausschliessen: hohe Rendite plus Sicherheit, jederzeit verfügbar plus langfristig gebunden, hochprofessionell plus keine Unterlagen. Widersprüche sind selten Zufall. Sie zeigen die Stelle, an der die Geschichte gebaut wurde.
Schritt 7: Zeit als Prüfmittel
Der letzte Test ist der einfachste: eine Woche warten. Wenn ein Angebot in einer Woche nicht mehr existiert, war es kein Investment, sondern ein Verkaufsfenster. Gute Entscheidungen halten Verzögerung aus.
Was du beim Prüfen mitnimmst, auch ohne Investment: bessere Fragen.
Wenn du dieses Framework auf ein konkretes Angebot anwenden willst, schreib mir auf WhatsApp und schick mir die Unterlagen. Ich sage dir offen, wo ich Haken sehe — und auch, wo ich keine Meinung habe, weil ich es nicht beurteilen kann.
Alternative und gehebelte Investments sind hochriskant. Je nach Investment ist ein Totalverlust möglich. Investiere niemals Geld, das du zum Leben brauchst.
Direkter Kontakt
Willst du das auf deine Situation anwenden?
Schreib mir direkt auf WhatsApp. Ich antworte persönlich, ohne Verkaufsdruck — und sage dir auch, wenn ich etwas nicht beurteilen kann.
Alternative und gehebelte Investments sind hochriskant. Je nach Investment ist ein Totalverlust möglich. Investiere niemals Geld, das du zum Leben brauchst.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Hinweis: Dieser Artikel ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Er beschreibt die persönliche Sichtweise von Markus Simon. Alternative und gehebelte Investments sind hochriskant; je nach Investment ist ein Totalverlust möglich.
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